Bin ich der SEO-Typ?

Es gibt wahrscheinlich mehrere Beweggründe, wie man auf meine Seite gelangt und warum man sich mit dem Thema SEO auseinandersetzt. Warum auch immer man sich dieser Aufgabe stellen möchte, man sollte im Vorfeld abklären, ob man alle Voraussetzungen erfüllt. Was auch immer den Ausschlag für Ihre Entscheidung gegeben hat, hier finden Sie eine Checkliste, die Sie zuerst durcharbeiten sollten.

Ob man alle Voraussetzungen für einen SEO mitbringt habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

Eine folgenschwere Entscheidung

Spielt man mit dem Gedanken eine eigene Website ins Leben zu rufen, müssen im Vorfeld einige Dinge bedacht, abgewogen und entschieden werden.

persönliche Eignung

Der Betrieb einer eigenen Website stellt einige Anforderungen an den Webmaster. Bevor man also den Plan weiterverfolgt sollte man sich die Zeit nehmen und folgende Punkte prüfen.

Zeitaufwand

Je nach Thema der Website und dem Stil für den man sich entscheidet ist es erforderlich ein gewisses Maß an Zeit zu investieren. Man kann für die erste Seite, inkl. der üblichen Anfangsschwierigkeiten, etlichen Recherchen und viel Try an Error sicher von einem Minimum von 100 Arbeitsstunden ausgehen, bis der erste Artikel online geht. Man muss sich für einen eigenen Stil entscheiden und abwägen, ob man eher lange Artikel mit über 1000 Worten verfasst, oder kurze Beiträge mit etwas mehr als 300 Worten erstellen möchte.

Auch das gewählte Thema ist entscheidend. Ist man mit dem Thema gut vertraut, oder baut man eine Website rund um ein Thema zu dem man nur Basis-, oder gar kein Wissen verfügt. Das bedeutet, dass man sich einerseits Themen, als auch die Inhalte selbst relativ mühsam erarbeiten muss. Da man in einem normalen Blog zumindest zweimal im Monat einen Beitrag veröffentlichen sollte um die Leser bei der Stange zu halten und auch verhältnismäßig statische Seiten wenigstens einmal monatlich sichten und möglichst updaten sollte kann man damit rechnen, dass man zwischen 4 und 10 Arbeitsstunden im Monat investieren muss.

Man sollte sich klar sein, dass der Betrieb einer Website, die lebt und läuft permanente Betreuung und laufende Arbeit bedeutet. Manche Seiten können sich zwar rasch zu Selbstläufern entwickeln, aber auch hier sollte der Betreiber regelmäßig nach dem rechten sehen, Links prüfen und Inhalte überarbeiten.

Motivation

Hat man das eine, oder andere Tutorial im Netz schon hinter sich kann es sein, dass man unter dem Eindruck steht, dass man mit sehr wenig Aufwand in unglaublich kurzer Zeit, ohne Erfahrung und Vorwissen ganz einfach eine beeindruckende Website mit vierstelligen Besucherzahlen und organischem Wachstum am Laufen hat, die einfach nur Spaß macht und die nebenbei auch noch Geld einbringt.

Es tut mir leid, hier widersprechen zu müssen, aber meiner Erfahrung nach klappt das so nicht. Es kann passieren, dass sich schon nach zwei Wochen der erste Besucher auf die Seite verirrt, bis eine Website aber tatsächlich brummt vergehen Monate. Die Zeit muss man bereit sein zu warten und muss trotzdem mit Hingabe und Engagement schreiben und in das eigene Projekt investieren, auch wenn man sehr genau weiß, dass der Content nur für die Robots ist, die alle paar Tage vorbeikommen und keine einzige Menschenseele im Universum sich auch nur annähernd dafür interessiert, was man da so schreibt.

Investitionsbereitschaft

Eine Website alleine kostet nicht viel Geld. Man kann von etwas über 7 Euro jährlich für die Domain und je nach Ausstattung von etwas 3 bis 60 Euro monatlich für den Hoster ausgehen. Für eine einzige Website wären das also zuerst mal rd. 45 Euro im Jahr. Kling auf den ersten Blick nicht viel, wenn man aber später mal mehrere Seiten hat bekommt man rasch eine recht stattliche Rechnung präsentiert. Wer also nichts zu verschenken hat und sich das Geld für die Website vom Mund absparen muss kann sich einen kostenlosen Hoster suchen, oder versuchen bei einem befreundeten Webmaster unterzukommen, oder sollte die Idee fallen lassen.

technisches Verständnis

Wenn man Alles, was man über Computer weiß in einem Kurs wie „Internetsurfen für Senioren“ gelernt hat und ständig in der Angst lebt etwas am eigenen PC zu zerstören, oder falsch einzustellen dann sollte man sich den Plan eine Website zu erstellen noch einmal gründlich überlegen. Man sollte wissen, was ein Font ist, den Begriff Editor kennen und ein Filesystem ungefähr durchschauen. Auch wenn Programmierkenntnisse nicht zwingend erforderlich sind sollte man zumindest das Prinzip von HTML verstanden haben, oder in er Lage sein sich so etwas anzueignen. Kenntnisse in Word, sowie allgemeine Erfahrung in der Installation und Konfiguration von Programmen sind sehr hilfreich.

english

Nachdem man als braver SEO laufend mit Recherche und Fortbildung beschäftigt ist und immer wieder Dinge kontrolliert wird man rasch bemerken, dass viele wichtige Ressourcen ausschließlich in Englisch verfügbar sind. Wer also nicht zumindest Grundkenntnisse der Englischen Sprache mitbringt sollte überlegen zuerst die Englischkenntnisse aufzufrischen.

kreativ

Farben und Design

Es spielt zwar nicht die größte Rolle, aber beim Einrichten einer Website wird man mit einer Fülle von Einstellungen konfrontiert, die man dazu nutzen kann die eigene Website so einzurichten, dass sie ein eigenes Erscheinungsbild bekommt. Dazu gehören auch Bilder und Grafiken, die man wahlweise kauft, oder selbst herstellt. Es ist von Vorteil, wenn man in der Lage ist harmonische Farben auszuwählen und stimmige Bilder einzufügen, die die Aussage unterstreichen und das Gesamtbild der Website abrunden und trotzdem genug Raum für lesbaren Inhalt lassen.

Erzählstil

Auch dass man in der Lage ist Geschichten gut zu erzählen und Inhalte leicht verständlich zu vermitteln ist selbstverständlich von Vorteil. Dafür ist es nötig den eigenen Blickwinkel zu verändern und sich in die Lage eines Lesers zu versetzen, der nicht über das eigene Hintergrundwissen verfügt und unter Umständen völlig neu mit dem Theme in Berührung kommt. Wer diese Eigenschaft nicht hat wird voraussichtlich keine sehr guten Texte verfassen und entsprechend wenig gut die eigenen Leser erreichen.

mehr als Zwei-Finger System

Auch wenn ich persönlich dem 10 Fingersystem wenig abgewinnen kann und als Autididakt so zwischen 4 und 6 Fingern an zwei Händen zum Tippen verwende möchte ich zu bedenken geben, dass der Zeitaufwand durch das Vermögen rasch zu Tippen dramatisch reduziert werden kann. Wer also beim Tippen mit starrem Blick an der Tastatur hängt und die beiden Zeigefinger abwechselnd alle zwei Sekunden bedächtig auf die Tasten seiner Wahl drückt ist nicht geeignet in annehmbarer Zeit lange Texte zu tippen. Gehören Sie zu dieser Spezies überlegen Sie noch einmal, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Aufsatz nach Vorgaben

Fühlt man sich mit der folgenden Aufgabenstellung grundlegend überfordert, sollte man überlegen das Projekt eigene Website fallen zu lassen, oder einen Ghostwriter anzustellen.

Schreiben Sie einen Artikel mit 320 bis 370 Worten zum Thema Königspudel. Verwenden Sie das Wort Königspudel dabei einmal in der Überschrift und siebenmal innerhalb des Textes. Platzieren Sie einen h2-Header mit dem Keyword rosa und verwenden Sie einmal die Phrase „rosa Königspudel Züchter“ im Text und hinterlegen es mit einem Link auf die URL http://www.e-learn-biotec.de/was-ist-seo/.

Ehrlichkeit

Es gibt wirklich ausreichend Websites, die plump, lieblos und gewinnorientiert gestaltet werden. Man wird mit einem grammatikalisch fragwürdigen Zweizeiler von der Überlegenheit des teuersten Produkts überzeugt und mit zahlreichen Links und Bannern zum Klicken aufgefordert.

Wenn Sie vorhaben eine solche Website zu erstellen, dann holen Sie die Informationen dazu bitte von einer anderen Quelle. Ich möchte so etwas nicht unterstützen. Ja, man kann mit einer Website Geld verdienen! In dem Satz findet sich auch schon das wichtigste Wort: verdienen.

Wenn man erreichen möchte, dass Leser die eigene Website toll finden und auf einen Link, oder ein Banner klicken, um das herum man die Website, oder zumindest den Artikel gebaut hat, dann sollte man sich bewußt sein, dass das nicht jeder tun wird. Auch die Leser, die ohne Kauf, oder Klickinteresse vorbeikommen sollten belohnt werden. Ihnen einfach einen Link zu präsentieren und so gut wie keine Mühe zu investieren reicht meiner Ansicht nach nicht aus. Man darf den Lesern nicht böse sein, wenn Sie der Handlungsaufforderung nicht nachkommen. Es sollte zum Überlegen anregen, warum gewisse Überzeugungsversuche nicht fruchten und andere schon, aber es geht  dabei um Marketing und um Verkauf und die besten Verkäufer sind die, die Wissen, was sie verkaufen. Man sollte sich also lieber möglichst viel Hintergrundwissen aneignen und anstreben eine gut recherchierte Empfehlung auszusprechen. Der Leitgedanke sollte darin liegen den potentiellen Käufer ehrlich zu beraten und ihn nicht zu einem vorschnellen Klick zu nötigen. Auch wenn dass jetzt pathetisch klingt, so bringt diese Variante sicher einen nachhaltigeren Erfolg. Ist ein Leser ohnehin schon von einem Produkt für das man wirbt, dann klickt er in jedem Fall. Andernfalls tut man gut daran ihn zu überzeugen.

Man sollte auch die Eigenschaft mitbringen das geistige Eigentum anderer zu respektieren. Inhalte einfach zu kopieren, oder Bilder von anderen Webseiten kurzerhand zu stehlen ist absolut nicht in Ordnung. Weiter oben habe ich die Investitionsbereitschaft als Voraussetzung genannt. Wenn ich also ein Bild von einem Königspudel benötige, dann sollte die erste Anlaufstelle nicht die Google Bildersuche sein, sondern Portale auf denen ich lizenzfreie Bilder kostenlos, oder gegen kleine Geld bekomme. Bei dem Thema lohnt es sich vielleicht auch eine passende Organisation zu finden, die eigene Pressebilder zur freien Verwendung bereitstellt. Vielleicht gibt es ja einen rosa Königspudel Züchter-Verband. Dessen Büro könnte man anschreiben und höflich nach Bildern fragen, die man dann mit dem Hinweis auf die Quelle verwenden darf.

Wer also ein skrupelloser, rücksichtsloser Egoist ist und vor Betrug, Diebstahl und Verzerrung von Tatsachen nicht zurückschreckt sollte sich ein anderes Hobby suchen und z.B. Zigarettenautomaten knacken, oder Autoradios stehlen, statt Websites zu erstellen.

technische Voraussetzungen – Must-Have´s

Neben den persönlichen Eigenschaften benötigt man auch ein wenig Handwerkszeug, ohne das eine Website nicht, oder nur eingeschränkt betrieben werden kann. Hier die Einrichtungen, die man unbedingt haben muss.

 

Internetanschluss

Man sollte einen stabilen Breitbandinternetanschluss besitzen um ruckelfrei an der eigenen Website basteln zu können. Auch mobiles Breitbandinternet ist ausreichend, allerdings darf man den Bedarf an Bandbreite nicht unterschätzen. Ist die eigene Internetleitung nicht zuverlässig, oder hat oft Aussetzer sollte man zuerst ein Upgrade auf eine stabile Internetverbindung durchführen.

Man kann seine Website natürlich auch im Internetcafe, oder mit dem Notebook am Bahnhof, oder in einem Restaurant mit öffenlichem WLAN betreuen, allerdings setzt das voraus, dass man sich in der dort herrschenden Hektik ausreichend gut konzentrieren kann. Auch muss Akkuleistung und Verfügbarkeit des WLAN entsprechen, damit halbfertige Beiträge nicht für immer verschwinden. Ich würde also eine stabile Internetverbindung zu Hause dringend empfehlen.

Ein PC, oder Notebook

Um eine Website zufriedenstellend betreuen zu können sollte ein aktueller intakter PC, oder ein entsprechendes Notebook zur Verfügung stehen. Je nach persönlicher Vorliebe empfiehlt sich eine externe Tastatur, wenn auf der Notebooktastatur nicht gleich gut gearbeitet werden kann.

Ein Sicherungsmedium

Im Laufe der Zeit sammeln sich viele Daten rund um die eigene Website, die man auch lokal sichern möchte. Sollte man beispielsweise Bilder kaufen, oder selbst erstellen passiert das lokal und wird dann u.U. in reduzierter Qualität hochgeladen. Um diese Dateien zu sichern sollte man neben der lokalen Festplatte auch eine externe Festplatte, ein Zweitgerät, oder ein passender Cloudspeicher besitzen um die Daten ordnungsgemäß sichern zu können.

Ein Sicherungskonzept ist immer dann, wenn man es braucht sehr wichtig, während es normalerweise eher unangehm und daher unwichtig ist. Da in der IT Datensicherungen die Lebensversicherungen sind und über die Zeit tatsächlich Werte entstehen, die es eben Wert sind gesichert zu werden sollte man hier von Anfang an routinemäßig sichern und nicht das erste Desaster abwarten um Datensicherungen und Ihren Sinn zu verstehen.

einen ergonomischen Arbeitsplatz

Schließe ich die Augen und denke an meine Leser habe ich überwiegend junge Menschen vor Augen. Umso wichtiger erscheint mir hier der Hinweis darauf, dass in einen ergonomischen Arbeitsplatz investiert werden sollte. Wer also plant sein Website-Projekt mit dem Laptop auf den Oberschenkeln, oder halb liegend auf der Couch umzusetzen, dem sei gesagt, dass stundenlanges Arbeiten in derartig unnatürlichen Positionen unangenehme Folgeerscheinungen haben kann. Von leichten Verspannungen, über Spannungskopfschmerzen bis hin zu irreparablen Haltungs- oder Knochenschäden reicht der Bogen an möglichen Folgen. Wer also vielleicht plant eine kleine Existenz auf die eigene(n) Website(s) aufzubauen, der sollte genauso, wie jedes andere Unternehmen Arbeitsschutz ernst nehmen. Umfassende Informationen und Empfehlungen für einen ergonomischen Bildschirmarbeitsplatz finden sich auf den Seiten der BAuA der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

technische Voraussetzungen – Nice-To-Have´s

Darüber hinaus gibt es einige Dinge, die hilfreich, aber nicht unbedingt nötig sind.

Smartphone mit Internetanschluss

Das Smartphone spielt in drei Bereichen eine wichtige Rolle. Erstens dient es dazu die eigene Website auch unterwegs im Auge zu behalten. Kommentare zu bewilligen, oder einfach nur Statistiken abzuholen. Zweitens kann man es dazu nutzen das Verhalten der eigenen Seite auf einem mobilen Endgerät zu überprüfen. Meiner Erfahrung nach erfolgen mindestens 30% der Besuche auf Websiten mit mobilen Endgeräten. Es empfiehlt sich also sicherzustellen, dass die Website über ein sogenanntes responsive Design verfügt und andererseits zu checken, wenn man z.B. Bilder, oder spezielle Formatierungen, wie Tabellen einbaut, was der mobile Browser damit tut.

Der dritte Grund ist die eingebaute Kamera mit der man durchaus Webseitentaugliche Fotos erstellen kann. Braucht man rasch ein passendes Bild, möchte ein Produkt fotografieren, oder als Illustration einfach die eigene Kaffeetasse neben der Tastatur abbilden ist das Handy schneller zur Hand, als die große Kamera.

Notebook

Ein Notebook ist im Urlaub, oder bei längerer Abwesenheit ein großer Vorteil. So kann man in Hotels, oder in öffentlichen Bereichen mit WLAN rasch nach dem Rechten sehen und einen kurzen Beitrag posten.

Kreditkarte/Paypal

Ohne Moos nix los. Viele Dinge, die man online kauft wollen sofort bezahlt werden. Dafür ist eine gängige Zahlungsmethode Paypal. Wer also noch kein Paypal-Konto hat sollte überlegen sich eines anzulegen, da Paypal bei den meisten Providern und auch bei vielen anderen wichtigen Bezugsquellen unproblematisch angenommen wird. Auch kann man über Paypal Zahlungen empfangen, aber dazu später.

Als Alternative zu Paypal kann man auch ein Kreditkarte für die Online-Bezahlung verwenden.

Das Ergebnis

Wenn keiner der genannten Gründe ein K.O.-Kriterium für Sie darstellt, dann können Sie sich ruhig als SEO-Typ bezeichnen und sich schon auf den nächsten Artikel freuen. Sein Sie aber vorsichtig! Die Materie hat ein hohes Suchtpotential. Wenn Sie ein Thema bearbeiten, das Ihnen liegt, oder Sie etwas recherchieren, das Sie selbst interessiert, oder Sie einfach nur den Plan verfolgen, sich deutlich von allen Anderen abzuheben, dann bedeutet das viel Arbeit und sie werden sich so manche Nacht um die Ohren schlagen und es erst am Morgen merken!

Gibt es aber einen, oder mehrere Punkte, die Ihnen jetzt erst bewußt geworden sind und/oder, die ein potentielles Problem für Sie darstellen, dann gehen Sie lieber noch einmal in sich, bevor Sie die Entscheidung zum Einstieg in die Welt des SEO wagen.

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